Dienstag, 07.09.2010
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Kirchstraße 40
48282 Emsdetten
Tel. 0 25 72 / 8 99 44
Fax 0 25 72 / 8 99 45
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Architektur und Gebäude

Laut Bauakte der Stadt Emsdetten wurde am 7. Juli 1887 der Antrag des Kaufmanns Stephan Schilgen zum Neubau eines Wohnhauses auf dem Grundstück Kirchstraße 40 öffentlich bekannt gemacht. Es wurde eine zweigeschossige, freistehende Putzbauvilla nach dem Entwurf des Architekten Wilhelm Rincklake errichtet. Schon im Jahr 1903 wurde die Villa nach einem Entwurf des Architekten H. Holtmann vergrößert und erhielt ihr jetziges Aussehen. Am 11. September 1984 wurde die Villa unter Denkmalschutz gestellt.

Bibliothek

Die Villa entstand in der Blütezeit der Textilindustrie und ist mit anderen Villen für Emsdetten stilprägend. Sie gehört zur klassizistischen Richtung des Villenbaus und ist geprägt durch die konsequent zurückhaltende und strenge Verarbeitung der Formenelemente.


Der Rat der Stadt Emsdetten beschloss am 6. Oktober 1987 den Ankauf der Villa für 650.000 DM. Der zunächst vorgesehene und mit Landesmitteln geförderte Umbau der Villa Schilgen zu einem Begegnungszentrum wurde aufgegeben, als entschieden wurde, auf dem Gebiet der ehemaligen Fabrik Stroetmann ein Soziokulturelles Zentrum zu errichten. Der Rat der Stadt beschloss am 20. Juni 1989, die Villa als Stadtbibliothek zu nutzen und die dafür fehlenden Räume durch einen Anbau zu gewinnen. Eröffnet wurde die neue Stadtbibliothek am 18.12.1992.


Architektur

Beim Entwurf des Bibliotheksanbaus ließen sich die Architekten von BauCoop (Köln) von zwei Grundsätzen leiten: einerseits eine zeitgemäße Replik auf die klassizistische Villa, andererseits einen offenen Ort der Begegnung und des Austauschs zu schaffen. Dieser Gedanke findet sich in der transparenten und fließenden Raum– und Grundrissposition wieder. Ergänzend zu dem offenen Charakter des Hauses bietet die Konzeption ebenfalls die Möglichkeit der Abtrennung und separaten Nutzung einzelner Funktionsbereiche. Das Foyer dient als Drehscheibe, um welche sich die einzelnen Bereiche anlagern.

Die nach wie vor dominierende Erscheinung der Villa steht in spannungsvoller Wechselwirkung mit dem Anbau. Dieser ist in Form und Material bewusst in die heutige Zeit gesetzt. Auf historisch-nostalgische Anpassung in Form und Konstruktion wurde verzichtet, wobei jedoch vorhandene Proportionen und Gliederungselemente aufgenommen und weiterentwickelt wurden.

So kontrastiert der zurückhaltende und transparente Neubau mit seinen schlichten Materialien mit der unter Denkmalschutz stehenden Villa. Eine Glasnut trennt das neue Dach von den alten Fassaden. Im Inneren sind die beiden Gebäude mit Öffnungen und Durchblicken verbunden. Alte Fenster dienen heute als offene Verbindungen. Die optische Durchlässigkeit findet ihre Entsprechung in der räumlichen Verzahnung beider Gebäude. Auch im Inneren setzt sich das Wechselspiel der alten und neuen Materialen fort. Altes Stabparkett, weiße Wände und meist dreiflügelige Fenster stehen den schlichten, robusten Materialien des Neubaus — Beton, Stahl, Glas, Holz und Sisal gegenüber.

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