Gewässer und Hochwasser

Überschwemmungsgebiete in Emsdetten

Überschwemmungsgebiete (ÜSG) sind aus der Sicht des Hochwasserschutzes in zweierlei Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen ermöglichen sie das schadlose Abfließen von Hochwasserereignissen, zum anderen kann der Rückhalt von Wasser in den Überschwemmungsgebieten eine Reduzierung der Hochwasserscheitel entlang des Gewässers bewirken und damit das Hochwasserrisiko für Unterlieger vermindern.

Überschwemmungsgebiete müssen überall dort, wo ein bedeutendes Hochwasserrisiko besteht, ausgewiesen werden. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) schreibt vor, mindestens die Flächen durch Rechtsverordnung festzusetzen, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren (HQ 100) zu erwarten ist. Daneben können Flächen für die Hochwasserentlastung und die Hochwasserrückhaltung als Überschwemmungsgebiete festgesetzt werden.

In Überschwemmungsgebieten sind neue Baugebiete, bauliche Anlagen sowie hochwasserverschärfende Nutzungen verboten (WHG §§ 76 bis 78). Für die Ems und den Emsdettener Mühlenbach sind Überschwemmungsgebiete festgelegt worden (s. nebenstehende PDFs). Karten zu den Überschwemmungsgebieten liegen ebenfalls im Rathaus zur Einsicht vor. 

Für weitere Fragen steht Ihnen der Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Emsdetten zur Verfügung.


Hochwasserrisiko und -gefahrenkarten

Um Menschen, Umwelt, Wirtschafts- und Kulturgüter vor den Gefahren durch Hochwasser zu schützen, werden seit vielen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen. Neben baulichen Maßnahmen kommt dabei der Kartierung von Risiken, der Information der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, der Vorsorgeplanung sowie der hochwassergerechten Entwicklungsplanung eine zentrale Bedeutung zu. 

Bis zum Jahr 2015 wurden in Nordrhein-Westfalen für alle Gebiete, in denen signifikante Hochwasserschäden auftreten können, Hochwasserrisikomanagementpläne erarbeitet. Ziel der Pläne ist es, über bestehende Gefahren zu informieren und Maßnahmen unterschiedlicher Akteure zu erfassen und abzustimmen, um hochwasserbedingte Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, Infrastrukturen und Eigentum zu verringern und zu bewältigen.

Grundlage dafür ist die EG-Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken (EG-HWRM-RL), die am 26. November 2007 in Kraft getreten ist. Die Zielsetzung der Richtlinie wurde von der Bundesregierung in die Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) übernommen (in Kraft seit 1. März 2010). Hierzu sind sogenannte Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten erarbeitet worden – einsehbar unter: www.flussgebiete.nrw.de.


Hochwasserrisiko und -gefahrenkarten

Renaturierungsmaßnahmen

Der Herzbach wird bei heftigen Regengüssen mit dem Abfluss von Regenwasser aus den benachbarten Baugebieten und den Nebengewässern stark beansprucht. Hinzu kommt das Erfordernis einer zusätzlichen Regenrückhaltung durch die Erweiterung des Baugebietes Lerchenfeld. Daneben weist der Herzbach nicht unerhebliche ökologische Defizite wie betonierte Uferbefestigungen auf. Um die vorhandenen Abflussdefizite zu beheben, den Hochwasserschutz zu verbessern und gleichzeitig durch Erhalt der vielfältigen Biotopstrukturen eine ökologische Aufwertung des Herzbachs zu erreichen, stellte der Rat der Stadt Emsdetten finanzielle Mittel bereit, um den Bach auf einer Länge von 1,3 km vom Baugebiet Lerchenfeld bis zur Haselstraße zu erweitern und naturnah umzugestalten.

Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung

Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes soll der Herzbach stellenweise um bis zu 1 m vertieft und zusätzlich – unter weitestgehender Schonung der Hauptgehölze – verbreitert werden. Betonwände als Uferbefestigungen sollen – da wo möglich – durch Bruchsteine ersetzt werden. Zudem ist geplant, die Durchlassstellen am Bühlsand und der Nordwalder Straße zu vertiefen. An der Haselstraße wurde bereits im November 2012 der vorhandene Durchlass durch einen leistungsfähigeren Durchlass ersetzt. An der Nordwalder Straße ist ein neues Regenrückhaltebecken für das Baugebiet Lerchenfeld geplant. Den Rand bildet ein „Drosselbauwerk“, eine geschlitzte Bruchsteinmauer, die Pflanzen und Tieren Lebensraum bietet. Für die Bauausführung wird mit Kosten in Höhe von rund 600.000 Euro gerechnet, die in voller Höhe von der Stadt Emsdetten getragen werden. 

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Der Herzbach