Geschichte

Emsdetten ist eine junge Stadt, denn erst im Jahre 1938 erhielt der Ort die Stadtrechte.

Im Jahre 1178 wurde der Name "Thetten" erstmals urkundlich erwähnt. 1325 erscheint zum ersten Mal der Name "Emsdetten" in einem Schriftstück. 1498 hat der nun "Detten" genannte Ort mit sieben umliegenden Bauernschaften 650 Einwohner. In Zeiten des Krieges (Spanisch-Niederländischer Krieg 1568-1648 und Dreißigjähriger Krieg 1618-1648) musste der Ort wiederholt Angriffen trotzen. Auch Seuchen hinterließen ihre Spuren: 1580 führte die Pest fast zum völligen Aussterben des Dorfes. 1688 zerstörte ein Großfeuer einen Teil des Ortskerns.

Emsdettens Geschichte im Überblick

  • 1200 v.Chr. siedeln sich erste Bewohner in der Emsniederung an
  • 1178 n. Chr. wird der Ort unter dem Namen "Thetten" erstmals urkundlich erwähnt
  • 1478 zählt "Detten" mit seinen umliegenden Bauernschaften rund 650 Einwohner
  • 1645 wird die Gildeordnung der Wannenmacher erneut bestätigt
  • 1856 entsteht der erste Fabrikbau (Flachsmaschinenspinnerei)
  • 1861 werden die ersten mechanischen Webstühle aufgestellt
  • 1938 erhält Emsdetten die Bezeichnung "Stadt" verliehen (17.000 Einwohner)
  • 1969 wird Hembergen eingemeindet
  • 1972 beginnt die Stadtkernsanierung
  • 2005 beginnt die Neugestaltung der Innenstadt
  • 2013 feiert die Stadt ihr 75-jähriges Stadtjubiläum


Landwirtschaft, Wannenmacherei und Industrialisierung 

Wannenmacher um 1950
Wannenmacher um 1950

Landwirtschaft und Wannenmacherei
Der wenig ertragreiche Sandboden machte es den Menschen nicht leicht. Die Angehörigen der klein- und unterbäuerlichen Schichten gingen oft einem Hausgewerbe nach, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. So stellten die Wannenmacher flache, aus Weiden geflochtene Körbe her, die in der Landwirtschaft zur Reinigung des ausgedroschenen Getreides dienten. Ab dem 16. Jahrhundert bildeten die Wannenmacher eine eigene Gilde. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert war die Wirtschaft in Emsdetten stark durch das Wannenmacherhandwerk geprägt. Eine weitere Verdienstmöglichkeit war die Leinenweberei. Der Rückgang des heimischen Flachsanbaus veranlasste die Kaufleute, das nötige Leinengarn von auswärts zu beziehen und Handwebern zur Verfügung zu stellen. Die Weber verloren ihre Selbstständigkeit und arbeiteten stattdessen immer häufiger in Stücklohn.

Industrialisierung
Bis 1803 gehörte Emsdetten zum Fürstbistum Münster. Nach dem Wiener Kongress im Jahre 1815 kam Emsdetten offiziell zum Königreich Preußen. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Münster-Rheine-Emden im Juni 1856 schuf eine wichtige Voraussetzung für die industrielle Entwicklung Emsdettens und das schnelle Anwachsen des Ortes.
Die Unternehmer der ersten Industrialisierungsphase stammten aus Familien der einheimischen Textilkaufleute und Verleger. 1890 wurde die erste Jutespinnerei in Betrieb genommen; nach 1900 entwickelte sich Emsdetten zum Zentrum der westfälischen Juteindustrie. Nach wirtschaftlichen Einbrüchen durch den ersten und zweiten Weltkrieg sowie die Weltwirtschaftskrise (1929-1932) erholte sich die Emsdettener Textilindustrie in der 50er Jahren. Emsdetten wurde zum westdeutschen Jutezentrum.

Emsdettens Wirtschaft im Wandel
Einschneidende Veränderungen in der gesamten Textilindustrie während der folgenden Jahrzehnte leiten einen umfangreichen Strukturwandel der Produktionspalette Emsdettener Betriebe ein.
Kunststoff- und Metallverarbeitung kamen als neue Industriezweige hinzu.

Neben dem produzierenden Gewerbe erhielten Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Dienstleistungen in der jüngeren Vergangenheit eine immer größere wirtschaftliche Bedeutung. In den letzten Jahren sind Angebot und Nachfrage vor allem im Dienstleistungsbereich kontinuierlich angestiegen.

Wappen der Stadt Emsdetten

Im Jahre 1937 verlieh der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Freiherr von Lüninck , der Gemeinde Emsdetten das Recht, ein Wappen zu führen.
Nach einer Vorlage des Emsdettener Geschäftsmannes und Mitgründers des örtlichen Heimatbundes, August Holländer, gab der Münsteraner Künstler Waldemar Mallek dem Stadtwappen seine endgültige Form.

©Stadt Emsdetten

Der schräg von links oben nach rechts unten verlaufende silberne Wellenbalken soll die Lage des Ortes an dem Emsfluss andeuten, von dem auch der Name der Stadt herrührt. Als Beizeichen wurden zwei Symbole gewählt, die das in der Gemeinde bodenständige Handwerk versinnbildlichen sollen: das Weberschiffchen für die Textilindustrie und das Wannenmachereisen ("Tünisen") für das vor allem im 17. und 18. Jahrhundert hier in großer Blüte gewesene Handwerk der Wannenmacher, dessen Erzeugnisse über das ganze westfälische Land vertrieben wurden.

Alte Bilder von Emsdetten

Heimatbund

Der Emsdettener Heimatbund hat auf seiner Internetseite auch Informationen und Videos rund um Emsdettens Geschichte, z.B. auch zum Bahnhof oder den Museen. Zudem gibt der Heimatbund mehrmals im Jahr ein "Heimatblatt" heraus. Die Ausgaben seit 2008 sind auch auf der Internetseite des Heimatbundes zu finden: www.heimatbund-emsdetten.de 

Archiv
Titelblatt der Festausgabe der Emsdettener Volkszeitung zur Stadtwerdung 1938
Titelblatt der Emsdettener Volkszeitung zur Stadtwerdung Emsdettens 1938

Im Stadtarchiv wird die Geschichte unserer Stadt bewahrt und für zukünftige Generationen erhalten. Der Aktenbestand des Stadtarchivs Emsdetten umfasst die Verwaltungsakten ab ca. 1800, Bücher zur Stadtgeschichte, Festschriften von Vereinen und Firmen sowie Facharbeiten. Seit 2012 gehören auch die Ausgaben der Emsdettener Volkszeitung ab 1901 zum Archivbestand. Die Mitarbeiterin des Stadtarchivs unterstützt Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten bei der Erstellung ihrer Facharbeiten. Bei familiengeschichtlichen Forschungen arbeitet sie eng mit dem Arbeitskreis für Familienforschung und Geschichte des Heimatbundes Emsdetten zusammen.

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