Binnenentwicklung

"Innen wohnen – Außen schonen"

Wir verbrauchen zu viel Fläche! Jeden Tag werden in Deutschland über 130 Hektar Fläche bebaut und damit dauerhaft versiegelt. Dieser hohe Flächenverbrauch bringt nicht nur ökologische Probleme (Biotop- und Artenschutz, Grundwasserqualität etc.), sondern auch ökonomische Schwierigkeiten (Bau und Unterhaltung zusätzlicher Infrastruktur) mit sich. Diesem Trend wollen wir entgegenwirken. Emsdetten war zwischen 2005 und 2007 eine von vier Modellkommunen in NRW in dem vom Land geförderten Projekt „Flächenmanagement als partizipativer Prozess einer nachhaltigen Stadtentwicklung". Wie lässt sich in einer Kommune ein nachhaltiges Flächenmanagementsystem praktisch einführen und umsetzen?


Die Stadt Emsdetten hat zusammen mit dem Projektinitiator der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW ein neues Konzept zur Binnenentwicklung mit einem großen Ausbaupotenzial entwickelt, gleichzeitig aber auch Freiräume für alle geschaffen. In Form eines innovativen und kooperativen Planungsprozesses ist es in Emsdetten gelungen, als Ausgangspunkt für die Umsetzung eines nachhaltigen Flächenmanagementsystems einen Orientierungsrahmen für die Binnenentwicklung zu erarbeiten, der wesentliche Schritte zu einer ressourcenschonenden und qualitativ hochwertigen Stadtentwicklung beschreibt.

Leitziele für den Orientierungsrahmen zur Binnenentwicklung

Folgende Leitziele wurden für den Orientierungsrahmen zur Binnenentwicklung in Emsdetten formuliert:

 Leitziel: Qualitative Weiterentwicklung im Bestand

  • Angepasste Ausnutzung der Potenziale im Bestand
  • Neue Wohnformen und intergeneratives Wohnen fördern

 Leitziel: Qualitative Weiterentwicklung des Freiraums

  • Angebot zentraler Freiraumbereiche wird erhalten und ausgebaut
  • Öffentliche Grünstrukturen sind ökologisch vernetzt
  • Der ökologische Wert des privaten Freiraums wird gesteigert

 Leitziel: Konsensorientierte Planungsverfahren

  • Stadt als Ideengeberin und Beraterin stärken
  • Konsensorientierten Planungsverfahren Vorrang geben


Binnenentwicklung am Dreihuesweg


Handbuch zur Binnenentwicklung Emsdetten

Qualifiziert wird der Orientierungsrahmen durch das Handbuch zur Binnenentwicklung Emsdetten. Damit liegen für die Umsetzung der einzelnen Ziele grundlegende Daten, Innenentwicklungspotenziale sowie konkrete Handlungsanweisungen für fünf unterschiedliche Typen von Baublöcken vor. Zudem werden konkrete Verfahrensschritte für eine konsensorientierte Planung vorgeschlagen. 15 Spielregeln beschreiben den Handlungsrahmen.


Umsetzungsphase läuft kontinuierlich

Auf der Grundlage der Vorentwürfe aus dem Handbuch wurde seit dem Jahr 2006 als erstes Projekt der Nachverdichtung gemeinsam mit den Anwohnern der Bereich Herzbach/Dreihuesweg entwickelt. Daneben wurden bzw. werden weitere "für Nachverdichtungsmaßnahmen besonders empfehlenswerte Baublöcke" oder auch Industrie- und Gewerbebrachen für Wohnbauzwecke entwickelt (z.B. ehemaliges Biederlackgelände oder Bereich Hemberger Damm/Dannenkamp). Über konkrete Projekte wird in den Flächenberichten (s.u.) informiert.


Grünflächen für alle

Um wertvolle innerstädtische Freiräume zu erhalten, zu entwickeln und zu vernetzen, wurde parallel ein Freiflächenentwicklungskonzept erarbeitet. Hierbei wurden besonders der Stadtraum und seine Ränder in den Fokus der Untersuchung genommen. Allen Bürgerinnen und Bürgern sollen in einem 250 Meter-Radius wohnungsnahe, fußläufig zu erreichende Grünflächen angeboten werden können. Vorhandene Flächen an Schulen und Kindergärten spielen dabei eine wichtige Rolle.


Flächenmanagement

Mit dem ersten Flächenbericht Anfang 2008 (s.u.) ist das Flächenmanagementsystem in Emsdetten implementiert worden und fließt in die alltäglichen Planungen und Entscheidungen mit ein. Das Modellvorhaben hat für Emsdetten gezeigt, dass auch im ländlichen Raum der schonende und sensible Umgang mit Fläche ein wichtiges Thema in einer Kommune darstellt, der zwar mit hohem Personaleinsatz, aber durchaus mit gutem Erfolg mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden kann.

Weitere Informationen zu Projekten des Flächenmanagements der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW finden Sie unter: www.lag21.de


Flächenberichte

Für die Sicherung einer sozial- und umweltgerechten Zukunft ist ein schonender Umgang mit der Ressource Boden von großer Bedeutung. Der Flächenbericht dient dabei als ein Instrument, den Umgang der Stadt Emsdetten mit Flächen und Flächeninanspruchnahme zu dokumentieren. Wesentliche Bestandteile des Flächenberichts sind neben Erläuterungen zum Flächenmanagementsystem und der Ablauforganisation der "Projektbericht Binnenentwicklung" sowie der "Indikatorenbericht".

Im Projektbericht werden die in Planung bzw. Umsetzung befindlichen konkreten Projekte vorgestellt. Der Projektbericht im Flächenbericht 2008 geht dabei intensiv auf den Projektverlauf des Modellprojekts "Herzbach/Dreihuesweg" und die dort gesammelten Erfahrungen ein. Im "Indikatorenbericht" wird die tatsächliche Flächeninanspruchnahme für den Zeitraum 2007 bis 2008 aufgezeigt.

Der Flächenbericht wird regelmäßig erstellt, um den Umgang mit der Fläche in Emsdetten weiterhin zu dokumentieren. Er soll dazu beitragen, die Ansätze zu einer flächensparenden Siedlungsentwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit fortzusetzen. So wird Emsdetten ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort mit hochwertigem Freiraum bleiben und sich zu einer lebenswerten Stadt mit höchster Lebensqualität, auch für zukünftige Generationen, entwickeln.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes Stadtentwicklung und Umwelt beantworten gerne Ihre Fragen zum Flächenmanagement.

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