Integriertes Mobilitätskonzept

Integriertes Mobilitätskonzept

Die Stadt Emsdetten hat ein integriertes Mobilitätskonzept – einen Masterplan für das Thema Mobilität – erarbeitet. Dieses wurde am 15. Dezember 2022 vom Rat der Stadt Emsdetten beschlossen. Im Zentrum stehen die Förderung und der Ausbau nachhaltiger Verkehrsmittel. So rücken beispielsweise der Radverkehr, der Fußgängerverkehr, der ÖPNV, die Elektromobilität und Sharing Angebote in den Blickpunkt. Da diese Angebote nicht separat, sondern als System betrachtet werden sollen, wird von einem Integrierten Mobilitätskonzept gesprochen. Darüber hinaus wird das Thema Mobilität aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Neben der Arbeit der Fachabteilungen wurden auch die Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreiche weitere Akteure beteiligt, um gemeinsam ein Leitbild für die Mobilität der Zukunft in Emsdetten zu erarbeiten. Hierbei stehen die Fragen „Wie wollen wir mobil sein?“ und „Durch welche Maßnahmen können wir dies erreichen?“ im Mittelpunkt.    

I. Maßnahmenprogramm 2024 bis 2027

Das Integrierte Mobilitätskonzept soll bis 2035 umgesetzt werden. Hierfür werden drei Programme entwickelt, die jeweils einen Zeitraum von vier Jahren abdecken. Das erste Maßnahmenprogramm erstreckt sich über die Jahre 2024 bis 2027. Das gesamte Programm, dass in der aktuellen zweiten Fassung vom Rat der Stadt am 04. Juli 2024 beschlossen wurde, können Sie hier einsehen. Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die Maßnahmen im Jahr 2025 wieder.


Evaluation des Maßnahmenprogramms

Die Umsetzung des Maßnahmenprogramms wird jährlich durch eine Evaluation begleitet. Dadurch soll geprüft werden, ob die selbst gesteckten Ziele erreicht werden und ob das bis 2027 aufgestellte Maßnahmenprogramm angepasst werden muss.

Bessere Erschließung des Industriegebiets Süd

Auf Grundlage des Integrierten Mobilitätskonzeptes wurde ein interkommunales Konzept gemeinsam mit der Stadt Greven und der Regionalverkehr Münsterland GmbH zur besseren Erschließung des Industriegebiets Süd erstellt. Die Erstellung erfolgte im Rahmen des Landeswettbewerbs ways2work. Leider hat sich eine Jury des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr gegen das Konzept ausgesprochen, so dass es im Rahmen des Wettbewerbs nicht weiter verfolgt werden konnte. Daher muss geprüft werden, welche Teilkonzepte über welche Förderprogramme weiterverfolgt werden können. 


Die Inhalte des Mobilitätskonzeptes

Die Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes begann im Sommer 2021 und wurde zum Jahresende 2022 abgeschlossen. Grund hierfür sind neben der umfassenden Beteiligung auch die komplexen Inhalte des Mobilitätskonzeptes, die im Folgenden vorgestellt werden. 

  • Abschlussbericht

    Das Integrierte Mobilitätskonzept Emsdettens soll die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger nachhaltiger und zukunftssicher gestalten. Den Abschlussbericht inklusive aller Anlagen können Sie hier herunterladen. 

  • Stärken- und Schwächenanalyse

    Auf Basis einer umfassenden Grundlagenanalyse, die sowohl aus Vor-Ort-Erhebungen, der Auswertung bestehender Konzepte sowie der ersten Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bestand, wurde eine Stärken – und – Schwächen – Analyse für Emsdetten erstellt. Die Ergebnisse dieser Analyse wurden am 08. Februar 2022 im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität vorgestellt. Die Präsentation können Sie hier herunterladen. 

  • Zielkonzept

    Auf Grundlage der Stärken - und – Schwächen – Analyse konnten die Handlungserfordernisse herausgearbeitet werden. Zusammen mit den derzeitigen Trends im Verkehrsbereich sowie den generellen Erfordernissen aus den Bereichen Klimaschutz und Mobilitätswende wurde ein Zielkonzept erarbeitet, welches vier Oberziele zum Ergebnis hat. Diese wurden am 15. März 2022 erstmals im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität vorgestellt und am 28. März 2022 als fester Bestandteil des Integrierten Mobilitätskonzeptes vom Rat der Stadt beschlossen. Die Präsentation aus dem Ausschuss können Sie hier herunterladen. 

  • Mobilitätsszenario Emsdetten 2035

    Aufbauend auf dem Zielkonzept wurden mehrere Szenarien erarbeitet, wie sich das Mobilitätsverhalten in Emsdetten bis 2035 verändern kann und welche Schritte hierfür erforderlich sind. Die Szenarien unterscheiden sich dabei über die Eingriffsintensität und wurden darüber hinaus auf ihre Chancen und Risiken bewertet. Am 24. Mai 2022 wurde das Mobilitätsszenario Emsdetten 2035 als Zielszenario durch den Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität dem Rat der Stadt empfohlen, der es am 13. Juni 2022 als Bestandteil des Integrierten Mobilitätskonzeptes beschlossen hat. In den folgenden Dokumenten finden Sie die Herleitung des Zielszenarios sowie eine Beschreibung. 

  • Maßnahmen- und Handlungskonzept

    Basierend auf dem Vorzugsszenario wurde ein Maßnahmen- und Handlungskonzept erarbeitet. Es beinhaltet die konkreten Schritte zur Realisierung der definierten Ziele.

Umfassende Beteiligung der Bevölkerung

Das Integrierte Mobilitätskonzept ist ein Konzept, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen in Emsdetten widerspiegelt, da im Rahmen der Erarbeitung eine intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger durchgeführt wurde. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die aus dem Konzept heraus erarbeiteten Maßnahmen später in der Umsetzung auch auf einen breiten bürgerschaftlichen Konsens stoßen. Die Beteiligung fand auf verschiedenen Ebenen statt. Zusätzlich erfolgte eine separate Beteiligung der Kinder und Jugendlichen sowie der neu gegründeten Kinder- und Jugendbeiräte.  Die Beteiligung umfasste die folgenden Schritte.

  • Erste Online Beteiligung

    Ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus, der Bahn oder dem Pkw - die Stadt Emsdetten hatte alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer herzlich eingeladen, über einen Zeitraum von sechs Wochen digital am Mobilitätskonzept der Stadt mitzuwirken. Interessierte konnten ihre Ideen und Vorschläge für eine bessere und nachhaltige Mobilität mitteilen sowie auf Verbesserungsmöglichkeiten hinweisen. 

  • Öffentliches Forum am 11. Dezember 2021

    Neben der digitalen Beteiligung fand am 11. Dezember 2021 ein öffentliches Forum statt, zu dem alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen waren. Dieser Einladung sind insgesamt 40 Bürgerinnen und Bürger nachgekommen, so dass eine interessante und angeregte Diskussion zustande gekommen ist. Aufgrund der pandemischen Lage konnte das Forum leider nicht in Präsenz, sondern nur digital stattfinden. Im öffentlichen Forum wurde über die Ergebnisse der Online-Beteiligung berichtet. Zudem wurde anhand von Thesen diskutiert, wie sich die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger bis 2035 weiterentwickeln soll. Dies ist ein wichtiger Arbeitsschritt als Grundlage für die Erarbeitung von Leitbildern für das Integrierte Mobilitätskonzept. Diese Leitbilder sind wichtig, um im weiteren Prozess hierauf aufbauend verschiedene Szenarien der Stadtentwicklung zu erarbeiten. Aus diesen soll ein Vorzugsszenario ausgewählt werden, dessen Realisierung dann durch verschiedene Schlüsselmaßnahmen vorangebracht werden soll. Die Ergebnisse der Online Beteiligung stehen Ihnen hier nun in Form des Protokolls zur Verfügung. Darüber hinaus können Sie sich hier die Präsentation der Veranstaltung herunterladen.  

  • Kinder- und Jugendbeteiligung 

    Das Integrierte Mobilitätskonzept soll dazu beitragen, die Mobilität der Menschen in Emsdetten nachhaltiger zu gestalten, um aktiv dem Klimawandel entgegenzuwirken. Keine Gruppe in Emsdetten ist so sehr von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen wie Kinder- und Jugendliche. Zudem haben sie eine andere Mobilität als Erwachsene und daher auch einen ganz anderen Blick auf den Verkehr in Emsdetten. Daher wurde zusätzlich eine Jugend-Mobilitätskonferenz am 25.01.2022 durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler der Weiterführenden Schulen in Emsdetten haben sich vorab im Unterricht mit der Frage beschäftigt, wie unsere Mobilität im Jahr 2035 aussehen könnte und dafür verschiedene Thesen formuliert. Mehrere Botschafterinnen und Botschafter haben dann in einer digitalen Veranstaltung mit verschiedenen Expertinnen und Experten diese Thesen diskutiert. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und können hier heruntergeladen werden. Darüber hinaus wurden auch die Schulkinder der Grundschulen in Emsdetten beteiligt. Sie haben sich im Unterricht mit einem „Verkehrs – ABC“ beschäftigt und zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Verkehrsthema behandelt. Sie haben dabei zeichnerisch festgehalten, wie sie den Begriff heute wahrnehmen und wie sie es sich für das Jahr 2035 wünschen. Vier exemplarische Vorher – Nachher - Zeichnungen wurden dann durch Botschafterinnen und Botschafter ebenfalls in digitalen Veranstaltungen am 01. und 03. Februar 2022 der Verwaltung der Stadt Emsdetten präsentiert. Die Dokumentation der Veranstaltung und die Bilder der Kinder werden hier zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus findet eine Ausstellung der Bilder im Februar vor dem Büro des Bürgermeisters im Rathaus statt. 

  • Mobilitätsbefragung

    Um wertvolle Erkenntnisse zum aktuellen Mobilitätsverhalten der Einwohnerinnen und Einwohner zu gewinnen, führte die Stadt Emsdetten eine Mobilitätsbefragung durch. Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist u. a. die Berechnung des Modal Splits, der darüber Aufschluss gibt, zu welchen Anteilen die verschiedenen Verkehrsmittel –Auto, Fahrrad, Bus und Bahn, Fußverkehr etc.– auf den alltäglichen Wegen der Einwohnerinnen und Einwohner genutzt werden. Die Ergebnisse der Mobilitätsbefragung können Sie in den hier zur Verfügung gestellten Berichten einsehen.

  • Wirtschaftsbefragung

    Im Mai 2022 fand die Befragung der Gewerbetreibenden und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Als wichtiger Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Ein- und Auspendlern sind die Ergebnisse von besonderer Bedeutung, um  Maßnahmen zur Stärkung des Standortes Emsdetten erarbeiten zu können. 

  • Zweite Online Beteiligung

    Die Stadt Emsdetten hat allen Bürgerinnen und Bürgern von Juni bis Juli 2022 die Gelegenheit geben, uns im Rahmen der zweiten Online Beteiligung Ihre Vorstellung zur Ausprägung des Handlungskonzeptes und Ihre wichtigsten Maßnahmen zur Erreichung der im Zielkonzept definierten Ziele mitzuteilen. Mit dieser Unterstützung sollten wichtige Hinweise und Anregungen für die konkretisierte Ausarbeitung des integrierten Mobilitätskonzeptes in Emsdetten gewonnen werden. Die Ergebnisse der zweiten Online Beteiligung können Sie in dem hier zur Verfügung gestellten Bericht einsehen.

  • Öffentliches Forum am 17. September 2022

    Am 17. September 2022 wurden die Bürgerinnen und Bürger erneut in einem öffentlichen Forum im Rahmen eines „Mobilitätsfrühstückes“ an der Erarbeitung des Maßnahmen- und Handlungskonzeptes beteiligt. Die Veranstaltung konnte dieses Mal in Präsenz im Rathaus durchgeführt werden. Der Einladung folgten 26 Personen, mit denen eine rege Diskussion über die erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität der Emsdettenerinnen und Emsdettener entstand. Darüber hinaus wurden den Beteiligten die Ergebnisse der zweiten Online Beteiligung als auch der Mobilitätsbefragung präsentiert. 

Mobilität ist ein Grundbedürfnis

Die Stadt Emsdetten versteht das Thema Mobilität als ein Grundbedürfnis ihrer Bürgerinnen und Bürger. Ob der Weg zur Arbeit, zur Schule oder zur Erreichung von Freizeitaktivitäten – die zur Verfügung stehenden Fortbewegungsmöglichkeiten haben für alle einen großen Einfluss auf die Bewältigung ihres Alltags.

Dennoch steht die Mobilität in Emsdetten noch vor Herausforderungen, die entsprechende Fragestellungen aufwerfen. Inwiefern ist etwa die Lebensqualität durch den motorisierten Verkehr beeinträchtigt? Welche Konflikte bestehen zwischen den Verkehrseilnehmern, die möglicherweise die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss beeinträchtigen? Wie ist die Anbindung von und zu den Nachbarkommunen mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV? – Fragen, die mit Hilfe des integrierten Mobilitätskonzeptes beantwortet werden sollen.


Förderung durch das Land NRW

Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Mobilitätskonzept auf 154.000 Euro. Gefördert wurde das Mobilitätskonzept der Stadt Emsdetten durch das Land Nordrhein-Westfalen über die Förderrichtlinie „Vernetzte Mobilität und Mobilitätsmanagement“ mit 41.800 Euro. Der Eigenanteil der Stadt beträgt somit 112.200 Euro.