HSPV-Studentin der Stadt Emsdetten geht nach Österreich | Stadt Emsdetten
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HSPV-Studentin der Stadt Emsdetten geht nach Österreich

Wie kamst du zur Möglichkeit für den Auslandsaufenthalt?

Alles begann mit einer E-Mail der HSPV, in der ich vom Angebot erfuhr, ein Auslandssemester machen zu können. Ich wusste sofort, dass mich das interessiert – also habe ich außerdem eine Online-Veranstaltung besucht, bei der die Bedingungen und auch der Bewerbungsprozess für den Auslandsaufenthalt genauer vorgestellt wurden. Danach war mir klar: Das mache ich! Also habe ich mich über die möglichen Partneruniversitäten informiert, parallel direkt bei der Stadt Emsdetten nachgefragt, ob ein Auslandssemester grundsätzlich möglich wäre. Als ich dann das Go von der Stadt hatte, habe ich mich beworben.

 

Spannend. Und welches Land ist es geworden?

Österreich, genauer gesagt gehe ich nach Villach im Süden Österreichs – dort werde ich für drei Monate an der Fachhochschule Kärnten studieren.

 

Warum Österreich?

Das Gesamtpaket in Österreich hat mich einfach überzeugt. Der Studiengang ist meinem hier in Deutschland sehr ähnlich und viele Kurse knüpfen an den Stoff an, den ich von der HSPV kenne. Dann ist halt auch die Lage und die Umgebung von Villach einfach schön: Durch die Nähe zu Italien und Slowenien bieten sich viele Gelegenheiten, gleich drei Länder zu erkunden. Zudem finde ich es super spannend, direkt in den Bergen zu leben. Außerdem war die Sprache schon auch ein Grund, sich für Österreich zu entscheiden – ich werde in Villach einige Kurse auf Deutsch haben und nicht nur auf Englisch unterrichtet.

 

Wurdest du bei der Entscheidung und den Vorbereitungen für den Auslandsaufenthalt von der HSPV und der Stadt Emsdetten unterstützt?

Ja, total. Die HSPV hat als Anbieter des Erasmus-Programms alle organisatorischen Aufgaben rund um die Platzvergabe, die Abstimmung der Kurse und die finanzielle Förderung übernommen. Die Stadt Emsdetten hat mich vor allem bei der praktischen Umsetzung unterstützt. Da das Auslandssemester zeitlich in den Studienverlauf eingebunden werden muss, wurden sogar einige Praxisphasen entsprechend angepasst. Besonders positiv fand ich, dass mir von Anfang an signalisiert wurde, dass ein Auslandssemester ausdrücklich unterstützt wird.

 

Wie hast du das wahrgenommen, Isabel (Ausbildungsleitung der Stadt Emsdetten), in welchem Bereich konntest du Lina unterstützen?

Ich habe mich sehr für Lina gefreut. Wenn sich unsere Auszubildenden für solche Angebote interessieren und die Möglichkeit erhalten, diese wahrzunehmen, unterstützen wir das natürlich sehr gerne. Mir war vor allem wichtig, dass der Aufenthalt gut abgestimmt ist und die vorgesehenen Praxisphasen bei uns wie von der HSPV geplant absolviert werden können.

Da die Einsatzpläne für unsere Auszubildenden bereits zu Beginn der Ausbildung für den gesamten Ausbildungszeitraum erstellt werden, sind Anpassungen nicht immer einfach umzusetzen. Nach einigen Gesprächen mit den beteiligten Fachdiensten ist es uns aber gelungen, eine gute Lösung zu finden, die nicht nur den Auslandsaufenthalt ermöglicht, sondern auch den ordnungsgemäßen Ablauf der Ausbildung sicherstellt.

 

Zurück zu dir, Lina: Gab es organisatorische Herausforderungen?

Die größte Herausforderung war die Wohnungssuche in Villach. Da es dort nur wenige Studentenwohnheime gibt, musste ich mich selbst um eine Unterkunft kümmern und lange suchen, bis ich eine passende Wohnung gefunden hatte. Ansonsten hielten sich die organisatorischen Schwierigkeiten in Grenzen, weil sowohl die Hochschule in Villach als auch die HSPV bei Fragen jederzeit unterstützt haben.

 

Worauf freust du dich am meisten und wovor hast du Respekt?

Ich freue mich besonders darauf, für drei Monate in einem anderen Land zu leben, die Kultur kennenzulernen und viele internationale Kontakte zu knüpfen. Ein wenig Respekt habe ich vor der Organisation vor Ort und davor, dass mit den Kursen und dem Studium alles gut funktioniert. Insgesamt fühle ich mich aber gut vorbereitet und lasse jetzt alles in Ruhe auf mich zukommen.

 

Was erhoffst du dir fachlich von deinem Studium im Ausland?

Ich möchte einen Einblick bekommen, wie Verwaltung in Österreich funktioniert und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es im Vergleich zu Deutschland gibt. Außerdem freue ich mich auf Lehrveranstaltungen, die an meiner Heimathochschule so nicht angeboten werden. Ich hoffe, dass ich meine sozialen Kompetenzen stärken kann und durch den Austausch mit Studierenden aus verschiedenen Ländern neue Perspektiven gewinnen werde.

 

Siehst du das ähnlich, Isabel?

Ich bin überzeugt, dass dieser Auslandsaufenthalt für Lina eine tolle Möglichkeit ist, sich persönlich weiterzuentwickeln. Der fachliche Aspekt steht dabei für mich gar nicht so sehr im Vordergrund. Vielmehr sehe ich den großen Mehrwert in den neuen Erfahrungen, Eindrücken und Perspektiven, die sie während ihres Aufenthalts gewinnen wird. Trotzdem bin ich sicher, dass auch wir von ihren Erfahrungen profitieren können. Durch den Austausch mit anderen Studierenden und die Einblicke in andere Arbeits- und Denkweisen wird sie wertvolle Impulse mitbringen. Ich bin gespannt, ob sich daraus vielleicht auch neue Ideen und Anregungen für uns als Stadtverwaltung ergeben.

 

Ist das, was du in Österreich lernst, für dein Studium an der HSPV eigentlich anrechenbar?

Ja. Das Auslandssemester wird vollständig angerechnet, sodass sich mein Studium dadurch nicht verlängert. Das eigentlich vorgesehene Praxisprojekt wird in meinem Fall sogar durch das Auslandssemester ersetzt. Durch die belegten Kurse und die dazugehörigen Prüfungen erreiche ich die erforderlichen Leistungen.

 

Nicht jeder verbindet ein duales Studium im öffentlichen Dienst direkt mit einem Auslandsaufenthalt. Nutzen viele deiner Kommilitoninnen und Kommilitonen dieses Angebot?

Tatsächlich nutzen eher wenige Studierende diese Möglichkeit. Die HSPV vergibt jedes Jahr rund 50 Erasmus-Plätze für alle neun Standorte in Nordrhein-Westfalen. Aus Münster kenne ich nur eine weitere Person, die ebenfalls ein Auslandssemester macht. Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, sich mit den anderen Austauschstudierenden zu vernetzen.

 

Würdest du den Studiengang insgesamt empfehlen und was reizt dich daran besonders?

Ja, auf jeden Fall. Mir gefällt vor allem die Vielseitigkeit des Studiums. In meinen Praxisphasen habe ich schon die Bereiche Finanzen, Jobcenter, Bauaufsicht und Personal kennengelernt – jeder war völlig unterschiedlich und dadurch sehr abwechslungsreich. Besonders spannend finde ich, dass man das theoretische Wissen aus der Hochschule direkt in der Praxis anwenden und von Anfang an aktiv mitarbeiten kann.

 

Warum hast du dich überhaupt für das duale Studium Bachelor of Laws bei der HSPV mit der Stadt Emsdetten als Praxispartner entschieden?

Ich habe vorher bereits eine Ausbildung in einem anderen Teilbereich der Verwaltung gemacht und mich dabei immer mehr für die klassische Verwaltungsarbeit interessiert. Besonders überzeugt hat mich, dass das Studium sehr breit gefächert ist. Man lernt sowohl in der Theorie als auch in der Praxis viele verschiedene Bereiche kennen und kann nach dem Studium flexibel in unterschiedlichen Aufgabenfeldern eingesetzt werden.

Für die Stadt Emsdetten habe ich mich entschieden, weil ich gerne für mein Studium eine neue Behörde kennenlernen wollte. In Emsdetten hat mich die offene und herzliche Atmosphäre vom ersten Tag an überzeugt und ich habe mich hier direkt wohlgefühlt.

 

Was zeigt die Möglichkeit des Auslandsaufenthalts deiner Meinung nach über die Stadt Emsdetten als Arbeitgeber?

Für mich zeigt das vor allem, dass auf die Wünsche der Auszubildenden und Studierenden eingegangen wird und versucht wird, individuelle Möglichkeiten zu schaffen. Das Thema Auslandssemester war vor meiner Anfrage noch nicht präsent bei der Stadt. Trotzdem wurde meinem Wunsch von Anfang an offen begegnet und ich habe viel Unterstützung erhalten.

 

Isabel, wie war es für euch aus der Personalabteilung, als Lina den Wunsch geäußert hat, ins Ausland zu gehen?

Lina war die erste HSPV-Studentin bei uns, die Interesse an diesem Erasmus-Programm gezeigt hat. Ich war sofort sehr begeistert von ihrer Idee und wollte ihr dies gerne ermöglichen. Lina bringt alle Voraussetzungen mit, die für ein solches Vorhaben erforderlich sind. Sie ist engagiert, zeigt großes Interesse an ihrer Ausbildung und erzielt sehr gute Leistungen im Studium.

Wir möchten zukünftig auch weiteren Auszubildenden sowie unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit bieten, Auslandserfahrungen zu sammeln. Dafür können wir eine Kooperation mit dem Kreis Steinfurt sowie Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Erasmus-Programms nutzen.

 

Kannst du dir vorstellen, dass die Auslandserfahrungen deiner späteren Arbeit bei der Stadt Emsdetten zugutekommen?

Ja, auf jeden Fall. Ich bekomme ja fachlich eine ganz neue Perspektive auf Verwaltungsarbeit. Gleichzeitig werde ich durch den Austausch mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern auch meine sozialen und interkulturellen Kompetenzen weiterentwickeln. Ich bin überzeugt, dass mir diese Erfahrungen später auch in meiner Arbeit bei der Stadt Emsdetten zugutekommen werden.