Orange Days 2026 | Stadt Emsdetten

Orange Days 2026

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Daten und Fakten:

308 Frauen und Mädchen wurden 2024 getötet Und trotzdem sprechen wir von “Einzelfällen” - 1

1. Anstiege in nahezu allen Bereichen geschlechtsspezifischer Gewalt

Die Zahl der getöteten Frauen ist 2024 zwar gesunken (von 340 auf 308 Femizide). Gleichzeitig verzeichnet das Bundeskriminalamt in nahezu allen anderen Bereichen geschlechtsspezifischer Gewalt weitere Anstiege: mehr Opfer häuslicher Gewalt, mehr sexuelle Gewalt, mehr digitale Gewalt und einen drastischen Zuwachs frauenfeindlich motivierter Straftaten. Von einer Entspannung der Situation kann daher keine Rede sein

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  • 53.451 Frauen wurden 2024 Opfer sexueller Gewalt. Das entspricht durchschnittlich 146 Frauen – jeden einzelnen Tag.
  • 187.128 Frauen waren von häuslicher Gewalt betroffen. Das sind über 500 Frauen pro Tag.
  • 18.224 Frauen wurden Opfer digitaler Gewalt, beispielsweise durch Cyberstalking, digitale Bedrohungen oder bildbasierte sexualisierte Gewalt. Das sind fast 50 Betroffene täglich.
  • Frauenfeindlich motivierte Straftaten nahmen um mehr als 73 % zu. Das ist der stärkste Anstieg im gesamten Lagebild und deutet auf eine zunehmende gesellschaftliche Radikalisierung hin.

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2. Alle vier Minuten erlebt eine Frau häusliche Gewalt

187.128 Frauen wurden 2024 Opfer häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer gilt als erheblich höher.

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Visualisierungsidee: Ein Handballspiel dauert ohne Pausen 60 Minuten. In dieser Zeit werden statistisch etwa 15 Frauen Opfer häuslicher Gewalt!

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3. Gewalt gegen Frauen nimmt zu

Die Zahl der polizeilich registrierten frauenfeindlich motivierten Straftaten ist innerhalb eines Jahres um 73 % gestiegen
2024 = 558 frauenfeindliche Straftaten
(2023 = 322 frauenfeindliche Straftaten)

 

Hier geht es um Taten, deren Motiv Misogynie (Frauenhass bzw. Frauenfeindlichkeit) ist.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Beleidigungen oder Bedrohungen aufgrund des Geschlechts
  • Hasskommentare gegen Frauen im Internet
  • frauenfeindliche Volksverhetzung
  • Sachbeschädigungen mit frauenfeindlichen Botschaften
  • Körperverletzungen mit frauenfeindlichem Motiv
  • Straftaten aus dem Umfeld der sogenannten Incel-Ideologie oder anderer misogyn geprägter extremistischer Gruppen
  • Angriffe auf Politikerinnen, Journalistinnen oder Aktivistinnen, weil sie Frauen sind

 

Frauenhass ist kein Gefühl. Frauenhass wird strafbar, wenn daraus Bedrohungen, Beleidigungen oder Angriffe werden. Genau solche Straftaten hat die Polizei 2024 mehr als fünfhundertmal registriert – Tendenz stark steigend

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4. Mehr als die Hälfte der Opfer sexueller Gewalt sind minderjährig

Von 52.330 weiblichen Opfern sexueller Straftaten im Jahr 2023 war über die Hälfte unter 18 Jahre alt.

Quelle: BKA Lagebild 2024

Besonders aufrüttelnd: Sexualisierte Gewalt beginnt für viele Mädchen bereits in der Kindheit.

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5. Digitale Gewalt explodiert

17.193 Frauen und Mädchen wurden 2023 Opfer digitaler Gewalt, etwa durch Cyberstalking, Bedrohungen oder Belästigung im Netz. Das sind 25 % mehr als im Vorjahr.

Quelle: BKA Lagebild 2024

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6. Weltweit wird alle zehn Minuten eine Frau getötet

Nach Angaben der Vereinten Nationen wird weltweit etwa alle zehn Minuten eine Frau oder ein Mädchen von einem Partner oder Familienmitglied getötet.

Quelle: UN Women / UNODC (2024)

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7. Gewalt hat ein Geschlecht

Was ist ein Femizid?

Der Begriff Femizid bezeichnet die gezielte Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Nicht jede (vorsätzliche) Tötung einer Frau ist zwingend ein Femizid. Als Femizide gelten diejenigen Tötungsdelikte, bei denen Frauen aufgrund ihrer Stellung als Frau in der Gesellschaft getötet werden, nicht etwa zufällig oder aufgrund individueller Umstände. So werden Frauen beispielsweise überdurchschnittlich häufig Opfer von Tötungen in bestehenden oder ehemaligen Partnerschaften. Oft geht den Taten bereits Partnerschaftsgewalt voraus.

Bei Femiziden in Nordrhein-Westfalen waren 99 % der Tatverdächtigen männlich. Zudem wurden 87 % der Femizide von aktuellen oder ehemaligen Partnern begangen.

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8. Gewalt im Zusammenhang mit der Fußball WM

Während viele Menschen den Beginn der Fußball-WM herbeisehnten, begann für viele Frauen auch eine Zeit der Angst:

Internationale Studien zeigen, dass während großer Fußballturniere die Zahl der gemeldeten Fälle häuslicher Gewalt ansteigt. Eine viel zitierte Studie aus England stellte einen Anstieg um 26 % an Spieltagen und um 38 % nach Niederlagen der englischen Nationalmannschaft fest. Für Deutschland gibt es bislang keine vergleichbare wissenschaftliche Untersuchung.

Wichtig ist: Fußball verursacht keine häusliche Gewalt, vielmehr wirken Faktoren wie Alkoholkonsum, starke Emotionen, Frust nach Niederlagen, traditionelle Männlichkeitsbilder als Verstärker bereits vorhandener Gewaltbereitschaft. Verantwortlich sind immer die Täter – nicht das Sportereignis.